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"Empire (Art & Politics)", theatralische Überlegungen zur Manipulation der Massen und der Entstehung von Imperien

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  • Von: 19.07.2008
  • Bis: 22.07.2008
Superamas stellt das ambitionierte Projekt, Politik auf eine Theaterbühne zu bringen, durch eine zähneknirschende Komödie dar.
Agenda

Agenda

Festival d'Avignon vom 19. bis 22. Juli 2008

Praktisch

Praktisch

Superamas - http://www.superamas.com/
Festival d'Avignon - http://www.festival-avignon.com/

Die neue Show Superamas ist eine Fabel über die Schaffung und Propagierung von Imperien. Von der Rekonstruktion einer napoleonischen Schlacht bis zum Urlaubsfilm, von einer mondänen Wahrnehmung bis zum wilden Samba, von einer Fahnenzeremonie bis zu einem brenzlig riechenden Feuerwerk stellt "Empire (Art & Politics) Überlegungen zur Natur der Staatspropaganda oder der Macht des imperialistischen Feuers von Amerika an.
Im Mai 1809, vor den Toren von Wien: Die Armeen von Napoleon überqueren die Donau, mit dem Ziel, die Streitkräfte von Erzherzog Karl zu zerstören. 175.000 sind an den Kämpfen beteiligt, 40.000 sterben innerhalb von zwei Tagen. Die Österreicher feiern seitdem den Sieg von Aspern, französische Schüler kennen die siegreiche Schlacht von Essling.
Jeder beansprucht seinen Sieg, aber vor allem handelt es sich hier um das erste Gemetzel der modernen Ära, ein unnützer Kampf ohne Sieger, der die Schlaglöcher der industriellen Kriege mit Kanonenfutter stopft. Es ist aber auch eine Schlacht von Pressemitteilungen und triumphierenden Schlagzeilen: Wie wird ein Sieg gemacht? Soll die Legende oder die Realität abgedruckt werden?
Auf diese Weise werden Imperien gemacht, und so gehen sie unter. Das Stück Superamas beginnt mit diesem paradoxen Erfolg, der gleichzeitig eine sonderbare Niederlage ist, und fährt fort mit einer erheiternden Fragestellung zu dem Imperium, als wäre es eine Kunstform: seine Fabrikation, sein Filmdreh, seine Propaganda, seine Extravaganz, aber auch seine Gewalt, sein Machthunger und bis heute sein unvergleichlicher Drang nach Reproduktion, der in den Großmächten, die in den Afghanistankrieg involviert sind, gipfelt.
All das zeigt "Empire (Arts & Politics)" - von der napoleonischen Bildersymbolik bis zum Fernsehen von George Busch: die Militäruniform wird mit dem Dreiteiler und Krawatte vertauscht, die Propaganda weicht der Freizeitindustrie, unsere Politiker verkleiden sich als Verkäufer - unweigerliche Zeichen der Verbreitung einer imperialen Ideologie. Bleibt nur noch, das Ganze als hysterische Wiedergabe zu sehen und es einzuatmen, als sei es Schießpulvergeruch.

  • Aktualisiert am: 11.12.2008
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