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HIV/AIDSWelt-AIDS-Tag - Erklärung der Europäischen Union

Zeichen des Kampfes gegen Aids Zeichen des Kampfes gegen Aids
  • Datum: 01.12.2008

Anlässlich des 20. Welt-AIDS-Tages bekräftigt die Europäische Union (EU) nachdrücklich ihr Engagement, der bedeutenden Herausforderung, die die weltweite AIDS-Pandemie darstellt, mit längerfristig ausgelegten strategischen Maßnahmen zu begegnen, die den Weg für anhaltende Fort¬schritte in den kommenden Jahrzehnten ebnen können.

Die bisherigen Bemühungen haben nicht ausgereicht, um die weltweite Ausbreitung der AIDS-Pan¬demie einzudämmen, die durch Armut sowie durch soziale, wirtschaftliche und geschlechterbezo¬gene Ungleichheiten noch verstärkt wird. Wir bekräftigen erneut, dass wir fest entschlossen sind, das Engagement der Partnerländer und ihrer Zivilgesellschaft, bis 2010 den universellen Zugang zu Prävention, Behandlung, Pflege und Unterstützung bei HIV/Aids zu verwirklichen, zu unterstützen und dabei zu berücksichtigen, dass Afrika südlich der Sahara, insbesondere das südliche Afrika, weiterhin die am stärksten betroffene Region ist. Die nächste Welt-Aids-Konferenz 2010 in Wien wird eine wichtige Etappe in unseren gemeinsamen Bemühungen zur Verwirklichung dieser Ziele darstellen.

Die Entwicklung und Anwendung umfassender Präventionsmethoden, auch über einen besseren Zugang zu Präservativen für Männer und Frauen sowie durch Information, Aufklärung und Sensi¬bilisierung und durch weitere Investitionen in die  Erforschung und Entwicklung neuer Präventi¬onstechniken, muss dringend schneller vorangetrieben werden. Da es nicht nur eine einzige Art der HIV/AIDS-Epidemie gibt, sollte bei den Anstrengungen der jeweilige Epidemietyp berücksichtigt werden; dies ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Prävention.
 
Es ist von größter Wichtigkeit, dass die Behandlungsprogramme ausgebaut werden und der Zugang zu erschwinglichen Qualitätsmedikamenten, auch zur Second- und Third-line-Therapie, verbessert wird. Die verheerenden Folgen eines gemeinsamen Auftretens von HIV, Tuberkulose und anderen übertragbaren Krankheiten, insbesondere das Auftreten von multiresistenten Tuberkuloseformen, machen eine verstärkte Zusammenarbeit und eine Verzahnung der Präventions- und Behandlungs¬programme und -dienste erforderlich, damit diese sich gegenseitig verstärken können und ein synergistischer Ansatz bei der Bekämpfung dieser Krankheiten verfolgt werden kann. Es ist deshalb von größter Bedeutung, die Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern zu stärken, vor allem durch eine Beseitigung des Personalmangels im Gesundheitswesen.

Wir bekräftigen, dass alle Menschen, die mit HIV/AIDS leben, ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Staatsangehörigkeit, ihrer Überzeugungen, ihres Alters, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orien¬tierung, ihrer Religion oder eines sonstigen Status in den Genuss der besten Pflege- und Behand¬lungsmethoden kommen sollten.

Die Barrieren der Diskriminierung, der Stigmatisierung und der Ausgrenzung, die den Zugang zu Prävention, Behandlung, Pflege und Unterstützung in Bezug auf HIV verhindern, müssen beseitigt werden, denn ein universeller Zugang wird ohne die Wahrung der Menschenrechte nie erreicht werden können. Die EU ist zutiefst besorgt über die Missbilligung, die Diskriminierung und die Marginalisierung, die HIV-infizierte Menschen auf der ganzen Welt erfahren, und ruft dazu auf, ihre Grundrechte als Individuum uneingeschränkt zu wahren und einen Menschenrechtsansatz in die politischen Konzepte zur Bekämpfung von HIV/AIDS aufzunehmen. Eine stärkere Einbindung der von der Pandemie am stärksten betroffenen Menschen und ihre Beteiligung an der Konzipie¬rung und Umsetzung der betreffenden Maßnahmen ist von besonderer Bedeutung. Die Präventions- und Behandlungsprogramme werden die Bedürftigen nicht erreichen, wenn wir diesen Problemen nicht unsere ganze Aufmerksamkeit schenken.

Die EU betont, dass Einschränkungen der Einreise-, der Aufenthalts- und der Wohnsitzfreiheit für HIV-positive Personen aufgrund ihres serologischen Status eine Diskriminierung darstellen und nicht dem Schutz der öffentlichen Gesundheit dienen. Die Europäische Union ruft deshalb alle Län¬der nachdrücklich dazu auf, sämtliche Einschränkungen in Bezug auf die Einreise, den Aufenthalt und den Wohnsitz, die sich auf den serologischen Status stützen, aufzuheben.
 
Angesichts dessen, dass Frauen besonders anfällig für Aids sind und dass der Anteil von Frauen an den Neuinfizierten regelmäßig steigt, müssen dringend geschlechterspezifische Analysen durchge¬führt, die Gleichstellung der Geschlechter gefördert, sexuelle Aufklärung betrieben und Maßnah¬men ergriffen werden, um den besonderen Bedürfnissen und Rechten von Frauen und Mädchen gerecht zu werden; dazu gehören auch Maßnahmen gegen Gewalt und Missbrauch aufgrund des Geschlechts. Es ist wichtig, dass sowohl Frauen als auch Männer in die Lösung dieser Probleme einbezogen werden. Die Unterstützung in Bezug auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte im Rahmen der von der EU eingenommenen Standpunkte   sollte für alle Frauen verfügbar und zugänglich sein, insbesondere für heranwachsende Frauen und sonstige besonders gefährdete Gruppen.

Die Europäische Union ist fest entschlossen, die Wirksamkeit der Hilfe auf der Grundlage der Eigenverantwortung der Partnerländer und der Erklärung von Paris von 2005 über die Wirksamkeit der Entwicklungshilfe, des Aktionsplans von Accra von 2008 , des EU-Verhaltenskodexes für Komplementarität und Arbeitsteilung  und der "Drei Grundsätze"  zu verbessern.

Die EU sollte aufbauend auf dem bereits Erreichten weiter voranschreiten und sich kollektiv um weitere Fortschritte bemühen, damit sie weiterhin eine führende Rolle einnimmt, wenn es darum geht, das Versprechen zur Eindämmung von HIV/AIDS  einzuhalten.
 

  • Aktualisiert am: 30.12.2008
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