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Hauptergebnisse des Rats "Bildung, Jugend, Kultur und audiovisuelle Medien"

Vivian Reding, Christine Albanel, Leonard Orban, © Conseil de l'UE Vivian Reding, Christine Albanel, Leonard Orban © Conseil de l'UE
  • Von: 20.11.2008
  • Bis: 21.11.2008
  • Ort: Brüssel
Am 20. und 21. November 2008 kommt in Brüssel der Rat "Bildung, Jugend, Kultur und audiovisuelle Medien" zusammen.

Sitzung zum Kultur und audiovisuelles Medien

Unter Vorsitz der französischen Ministerin für Kultur und Kommunikation Christine Albanel fand heute in Brüssel das Ratstreffen der für Kultur und audiovisuelles Medien zuständigen Minister der 27 EU-Mitgliedstaaten statt. Mehrere wichtigste Vorlagen, die von der französischen Ratspräsidentschaft in den vergangenen Monaten ausgehandelt wurden, wurden verabschiedet.

Bei der Sitzung zum Thema Kultur verabschiedeten die Kulturminister den Entwurf zum Siegel "Europäisches Kulturerbe", dessen Ziel es ist, bei den europäischen Bürgern das Gefühl zu fördern, eine gemeinsame europäische Identität zu besitzen.

Des Weiteren hoben die Minister anknüpfend an die Generalstände des Mehrsprachigkeit (26. September 2008, Paris) die kulturelle Dimension der Mehrsprachigkeit hervor. Sie äuβerten den Wunsch, dass die Mitgliedstaaten aufgefordert werden mögen, mit Unterstützung der Kommission, ihre Maβnahmen im Bereich der Übersetzung und der Untertitelung von Schauspiel-, Musik- und Ballettvorstellungen und der Untertitelung von audiovisuellen Werken und Filmen zu verstärken und zu koordinieren.

Die Minister verabschiedeten Schlussfolgerungen über die Förderung des interkulturellen Dialogs und der kulturellen und sprachlichen Vielfalt in den Auβenbeziehungen der Europäischen Union. Konkret bedeutet dies, dass in den Beziehungen mit Drittstaaten die Rolle der Kultur und die internationale Verbreitung von europäischen Gütern und Dienstleistungen kultureller und audiovisueller Art verstärkt werden sollen.

Die Minister verabschiedeten auβerdem Schlussfolgerungen über den Beitrag der Architektur zur nachhaltigen Entwicklung. Über technische Normen hinaus soll ein globaler Ansatz gefunden werden, der wirtschaftliche, soziale, kulturelle und umweltpolitische Belange einbezieht.

Bei der Sitzung zum Thema der audiovisuellen Medien einigten sich die für audiovisuelle Medien zuständigen Minister über die Unterstützung und die langfristige Fortführung und Weiterentwicklung des Projekts der digitalen europäischen Bibliothek. Die Bibliothek, die heute im Anschluss an das Ratstreffen feierlich eröffnet wird, ermöglicht aktuell den Zugang zu 2 Millionen Dokumenten (Bücher, Archiven, Sammlungen europäischer Museen).

Die Minister sprachen sich einstimmig für einen Schlussfolgerungsentwurf über den Ausbau des legalen Angebots an kulturellen Onlineinhalten und über die Prävention und Bekämpfung der Piraterie im Bereich digitaler Inhalte aus. Die 27 Mitgliedstaaten erinnerten zudem daran, dass das Gleichgewicht zwischen den Schutz personenbezogener Daten, der Meinungsfreiheit und dem Schutz des geistigen Eigentums gewährleistet werden muss.

Sitzung Jugend

Bei der Sitzung „Jugend“ des Rates „Bildung, Jugend und Kultur“ beschlossen die 27 EU-Minister, die unter Vorsitz des französischen Staatssekretärs für Sport, Jugend und Vereinswesen Bernard Laporte zusammengetreten waren, zwei wichtige Texte im Jugendbereich.

  • Eine Entschließung hinsichtlich der Gesundheit und des Wohlbefindens von Jugendlichen: Die Entschließung empfiehlt eine sowohl transversale, als auch spezifische Berücksichtigung der Heranwachsenden in der einzelstaatlichen Gesundheits- und Jugendpolitik. Dabei wird vor allem die Notwendigkeit betont, die Jugendlichen zu Akteuren ihrer eigenen Gesundheit zu machen.
  • Eine Empfehlung zur Mobilität junger Freiwilliger in Europa: Der Text zielt darauf ab, die Möglichkeiten junger Freiwilliger, ihren Freiwilligendienst in einem anderen EU-Mitgliedstaat abzuleisten, durch die Schaffung von Netzwerken, Synergien und Austauschmöglichkeiten zwischen den europäischen Freiwilligenverbänden auszubauen.

In öffentlicher Aussprache tauschten sich die Minister über die Mobilität der jungen Freiwilligen in Europa aus, wobei sie einstimmig daran erinnerten, dass die Mobilität effektiv zur sozialen und beruflichen Eingliederung von Jugendlichen beiträgt.

Der Rat bot ferner Gelegenheit zu einem fruchtbaren und konstruktiven Meinungsaustausch über die auf europäischer Ebene durchgeführten jugendpolitischen Maßnahmen sowie über den zukünftigen europäischen Kooperationsrahmen im Bereich Jugendpolitik, welcher 2009 einer Revision unterzogen wird.

Dem Rat ging ein informelles Forum voraus, bei dem ein Austausch zwischen den Ministern der Dreierpräsidentschaft (Frankreich, Tschechische Republik und Schweden), der vorhergehenden Ratspräsidentschaft (Slowenien) sowie dem EU-Kommissar für Jugend und Vertretern des Generalsekretariats des Rates und des Europäischen Parlaments mit dem Europäischen Jugendforum, dem Forum der europäischen Jugendräte und der Jugend-NGOs Europas, stattfand.

Sitzung zur Hochschulbildung

Die französische Ministerin für Hochschulwesen und Forschung Valérie Pécresse führte am Freitag, den 21. November 2008, bei der Sitzung des Rates „Bildung, Jugend und Kultur“ zum Thema Hochschulbildung den Vorsitz. Die Arbeit konzentrierte sich im Wesentlichen auf das Thema der Mobilität von Jugendlichen, das eine der Prioritäten der französischen EU-Ratspräsidentschaft im Bereich Hochschulwesen darstellt

Die Minister betonten, dass die Mobilität von Jugendlichen in Europa ein wichtiger Antrieb für:

  • die Schaffung eines europäischen Zugehörigkeitsgefühls,
  • die Förderung der sozialen und beruflichen Eingliederung,
  • den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft auf globaler Ebene ist.

Das Erasmus-Programm ermöglichte es bisher über 1,7 Millionen Studenten, in einem anderen europäischen Land zu studieren. Trotzdem bleibt die Mobilität der Jugendlichen nach wie vor eher die Ausnahme, und dies oft zugunsten von Studierenden, die am besten darauf vorbereitet sind und aus finanziell abgesicherten Verhältnissen stammen. Nur 4% der europäischen Studierenden haben einen Studienaufenthalt im Ausland absolviert und nur eine von fünf Bildungseinrichtungen in Europa bietet ihren Studierenden ein Erasmus-Programm an.

Die europäischen Minister für Hochschulwesen fordern zu einer verstärkten Entwicklung der Bildungs- und Ausbildungsaufenthalte im Ausland und zur Vermehrung der Möglichkeiten zur internationalen Mobilität in den verschiedenen Bildungs- und Ausbildungsbereichen sowie im Rahmen der Freiwilligendienste auf.

Über die in den Schlussfolgerungen festgelegten Ziele sind die Mitgliedstaaten aufgefordert, jedem jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, an einer Form der Mobilität teilzunehmen (Studienaufenthalt oder Praktikum). Diese Ziele richten sich an den Bereich der schulischen Bildung, den Hochschulbildungsbereich sowie den Berufsbildungsbereich. Es geht darum, die Mobilität zu einer festen Komponente in der europäischen Bildungslaufbahn zu machen.

Die Mitgliedstaaten und die Kommission werden ebenfalls aufgefordert, die Hindernisse für diese Mobilität zu beseitigen, die sich insbesondere für benachteiligte Studierende stellen. Zu den dazu vorgesehenen Initiativen gehören insbesondere die verbesserte Information über die bereits bestehenden Mobilitätsprogramme, die Vereinfachung der Verfahren sowie die Erweiterung und Diversifizierung der Finanzierungsquellen zugunsten der Mobilität der Jugendlichen, z.B. durch Rückgriff auf den europäischen Sozialfonds und die europäische Investitionsbank.

Schließlich wird die Europäische Kommission aufgefordert, bis Ende 2010 einen Bericht über die mittelfristige Entwicklung der Jugendmobilität in Europa zu veröffentlichen.

Es konnte eine endgültige Vereinbarung mit dem Europäischen Parlament zur zweiten Phase des Programms „Erasmus Mundus“ (Mobilitäts- und Kooperationsprogramm) getroffen werden, das eine wesentliche Rolle dabei spielt, die besten Studenten aus Drittländern nach Europa zu holen, internationale Partnerschaften zu fördern und dadurch die Anziehungskraft der europäischen Hochschuleinrichtungen auf internationaler Ebene zu verstärken. Für die neue Phase, die am 1. Januar 2009 anläuft, ist insbesondere vorgesehen, das Mobilitätsprogramm auch auf Doktoranden auszudehnen. Ferner werden sich die verwaltungstechnischen Verfahren, beispielsweise durch die geplante Schaffung „einheitlicher Schalter“, vereinfachen. Deren Zweck ist es, die Organisation von Auslandsaufenthalten zu erleichtern, indem sie Informationen zu Mobilitätsformen und ihre gemeinschaftlichen, nationalen oder lokalen Finanzierungsmöglichkeiten fördern.

Fotos des Treffens

Rat "Bildung, Jugend und Kultur" (Ankündigung der Veranstaltung)

  • Aktualisiert am: 27.12.2008
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