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Wald- und Holzwirtschaft: Den Nutzen erkennen

Unterholz im Wald von Fontainebleau (Frankreich), © Xavier Remongin / Min.Agri.Fr Unterholz im Wald von Fontainebleau (Frankreich) © Xavier Remongin / Min.Agri.Fr
  • Von: 06.11.2008
  • Bis: 08.11.2008
  • Ort: Nancy

Unter Federführung der französischen EU-Ratspräsidentschaft fand vom 6. bis 8. November 2008 in Nancy eine internationale Expertenkonferenz mit dem Titel " Der europäische Forst- und Holzwirtschaftssektor: Umweltfreundliche Antworten auf die Herausforderungen in den Bereichen Klima und Energie" statt.


Der Nutzen der Wälder bei der Bekämpfung des Treibhauseffekts wurde sowohl von den Arbeiten der zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (IPCC) als auch von der Rahmenkonvention der Vereinten Nationen zum Klimawandel anerkannt und das Kyoto-Protokoll berücksichtigt diesen bei der Zuteilung von Emissionsrechten an die Unterzeichnerstaaten. Zwar wird der Wald als wichtigste terrestrische Kohlenstoffsenke betrachtet, aber wie kann man seine Wirkung messen? Die in Nancy versammelten Sachverständigen verwiesen auf die Notwendigkeit einer systemischen Forschung und der Berücksichtigung lokaler Diversitäten und der Raum-Zeit-Dimension, da der Wald im Laufe seines Lebenszyklus sowohl Kohlenstoffsenke als auch Kohlenstoffquelle sei.
Ob die Bewirtschaftung der Wälder durch den Menschen ihre Effizienz als Kohlenstoffsenke erhöht oder verringert, ist eine Frage, die widersprüchlich diskutiert wird. So kann die Nutzung zur Energiegewinnung die Fähigkeit der Wälder zur Kohlenstoffbindung verringern, aber andererseits ist diese Energie erneuerbar und ermöglicht die Einsparung fossiler Energien.
In der derzeitigen Situation berücksichtigt das Kyoto-Protokoll nicht die Speicherung des Kohlenstoffs in den Holzprodukten und auch nicht die Tatsache, dass die Verarbeitung von Holz weniger Energie erfordert als andere Werkstoffe. Die Sachverständigen betonten den Kaskadeneffekt der Holzwirtschaft: Das Stammholz nimmt während eines langen Zyklus Kohlenstoff auf, dann dienen die Holzprodukte als Speicher und können am Ende in Energie umgewandelt werden. Es ist dringlich geboten, dass Europa für den Zeitraum nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls (2012) ein schlüssiges Projekt vorbereitet.  

Der Wald im "Energiepaket"


Mit der Absicht, sich als umweltfreundlichster industrialisierter Wirtschaftsraum zu positionieren, hat die EU das "Energiepaket" angestoßen. Ziel ist die Reduzierung der Emissionen an Treibhausgasen um 20 % und der Anstieg der erneuerbaren Energien auf 20 % des gesamten Energieverbrauchs bis 2020 (momentan 8,5 %).
Der Forst- und Holzwirtschaftssektor hat in den Diskussionen über die nachhaltige Entwicklung heute ihren Platz gefunden. "Nach 2012 muss Europa diese Branche als eine der Antworten auf die klimatischen Herausforderungen betrachten", erklärte der französische Minister für Landwirtschaft und Fischfang Michel Barnier. Daher geht es jetzt darum, den Verhandlungsführern Argumente zu liefern, um die Rolle des Holzes beim Kohlenstoffzyklus, im Wettbewerb mit anderen Materialien und auf dem Energiemarkt zu erläutern.
Die Palette der holzwirtschaftlichen Produkte weitet sich zunehmend aus: grüne Chemie, Biotreibstoffe, elektrischer Strom, Wärme, Elektroniksektor usw.  Ein Glücksfall für die gesamte Forstindustrie. "Unter der Voraussetzung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder", betonten die Experten.
Valérie Merckx von der Europäischen Kommission wies darauf hin, dass neben der Notwendigkeit der Einführung einfacher und homogener Regelungen auf gemeinschaftlicher Ebene und einer Politik mit ausgewogenen Anreizen "jeder Mitgliedstaat eine auf seine Eigenheiten zugeschnittene langfristige und umfassende Strategie erarbeiten muss".

Michel Barnier -  Wald und Klimawandel

© Min.Agri.Fr

  • Aktualisiert am: 12.11.2008
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