Bericht der Konferenz zum Krisenmanagement
- Datum: 31.10.2008
- Ort: Marseille
Nach dem Treffen der Verteidigungsminister am 1. und 2. Oktober 2008 in Deauville eröffnete der französische Verteidigungsminister Hervé Morin am 31. Oktober 2008 die im Rahmen der französischen Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union stattfindende hochrangige Konferenz zu den europäischen Verteidigungskapazitäten in Marseille.
In Deauville hatten sich die EU-Verteidigungsminister insbesondere auf konkrete Initiativen geeinigt, die auf die Verstärkung der europäischen Militärkapazitäten abzielen.
Auf Wunsch Hervé Morins kamen in Marseille Vertreter des Militärs, die nationalen Rüstungsdirektoren, die Leiter der EU-staatlichen Verteidigungspolitik und Repräsentanten von Presse, Industrie und Forschungsinstituten aus allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zusammen.
Die Konferenzteilnehmer hoben die Notwendigkeit für die Europäsche Union hervor, ihre eigene Sicherheit, die ihrer Mitgliedstaaten und ihrer Bürger zu sichern. Sie erkannten auch an, dass die internationale Gemeinschaft einen Beitrag zu Frieden und Sicherheit in der Welt von Europa erwartet, der seinen 500 Millionen Einwohnern und seinem dreißigprozentigen Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt entspricht.
Sie bestätigten, dass die europäischen Regierungen in Zeiten der Intensivierung von Risiken und Bedrohungen und bei gleichzeitiger Verknappung der Haushalts- und Finanzmittel bereit sein müssten, die Last der europäischen Sicherheit unter sich aufzuteilen. Sie kamen überein, dass es von wesentlicher Bedeutung für die europäische Verteidigung sei:
- insbesondere im Ausbildungsbereich, bei der Logistik, in der Raumfahrt und beim Lufttransport Methoden zur Aufteilung und Spezialisierung der Kapazitäten zu nutzen. In diesem Zusammenhang erwähnten sie auch die Übereinkunft, welche am 10. November 2008 beim Rat „Auβenbeziehungen“ in seiner Zusammensetzung „Verteidigung“ zur Modernisierung der EU-Hubschrauberflotte und zur Ausbildung ihrer Besatzung unterzeichnet wird.
- einen Beitrag zur Stärkung der Europäischen Verteidigungstechnologischen und –industriellen Basis, im Hinblick auf die Durchführung von Forschungs- und Rüstungsprogrammen insbesondere über die Europäische Verteidigungsagentur (EDA), und zur Schaffung eines echten Verteidigungsbinnenmarktes, der die Bildung groβer europäischer Industriegruppen fördert, zu leisten.
Diese Erkenntnisse dürften in den Erklärungen der EU-Verteidigungsminister bei ihrem nächsten Treffen am 10. November 2008 wieder aufgenommen werden.
Zum Abschluss der Konferenz unterstützte der Europäische Verband der Luft- und Raumfahrt- sowie der Verteidigungsindustrie die Initiativen der französischen Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union, insbesondere jene, die auf eine Angleichung des operationalen Bedarfs der einzelnen EU-Mitgliedstaaten abzielen.
Konferenz zum Krisenmanagement (Ankündigung der Veranstaltung)
- Aktualisiert am: 26.11.2008

