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Europäisches Seminar zur Bekämpfung des internationalen Giftmüllhandels

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  • Von: 07.10.2008
  • Bis: 09.10.2008
  • Ort: Paris
Bei dem Seminar befassen sich die europäischen Polizeikräfte mit der Problematik des internationalen Giftmüllhandels.

Bei dem von der französischen EU-Ratspräsidentschaft vom 7. bis 9. Oktober 2008 in Paris organisierten Seminar kommen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, der Schweiz, Norwegens und der zuständigen internationalen Einrichtungen zusammen, um über die Bekämpfung des internationalen Giftmüllhandels zu diskutieren. Ziel ist eine Sensibilisierung Europas für diese neue Bedrohung, die Verbesserung des Informationsaustauschs und die Schaffung effizienter Handlungsmöglichkeiten.

Die Abfallbeseitigung stellt aufgrund des enormen Anstiegs des produzierten Mülls seit den Neunziger Jahren eine immer gröβer werdende Problematik für die Gesellschaften dar. Durch eine immer strengere Reglementierung steigen die Kosten für die Müllbeseitigung und eine neue Form von Kriminalität entsteht.

Diese schwer messbare Bedrohung, die gravierende Folgen für die Gesellschaft hat, wächst mit der jährlichen Zunahme des Abfalls und der (zur Gefährlichkeit der Giftstoffe proportionellen) Beseitigungskosten. Schätzungen gehen von mehr als 1,5 Milliarden Tonnen Giftmüll aus. 20 % dieses Mülls erfordern eine spezielle Behandlung, um wiederverwertet oder beseitigt werden zu können. Die Kosten für diese Sonderbehandlungen sind sehr hoch.

Manche Hersteller, Sammler und Wiederverwerter können der Versuchung ausgesetzt sein, ihre Gewinnspanne durch das Umgehen des legalen Beseitigungsprozesses erheblich zu erhöhen. Dieses Umgehen kann konkret wie folgt aussehen: Abladen der Abfälle in nicht kontrollierten Gebieten, Ausfuhr in Entwicklungs- oder Schwellenländer, die dafür Devisen erhalten, illegale Wiederverwendung durch das Einmischen von Giftstoffen in zugelassene Produkte. Solche Vorgehensweisen sind überaus gewinnbringend (schätzungsweise mehrere Milliarden Euro weltweit). Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Verbrechensbekämpfung und der im Vergleich zu den möglichen Gewinnen geringen strafrechtlichen Folgen wird dieser Bereich zu einer attraktiven Nische für die Ökomafia und für kriminelle Gruppen, die nach neuen Betätigungsfeldern suchen. Diese machen sich die Möglichkeiten der offenen Grenzen in Europa und in der globalisierten Welt zunutze und verschleiern ihre Aktivitäten hinter komplexen finanziellen Aktionen.

Neben Umweltverschmutzung und gesundheitliche Folgen bringen diese Aktivitäten auch wirtschaftliche Probleme in Form von Schattenwirtschaft und Geldwäsche mit sich. Zudem haben sie soziale Auswirkungen, da sie den Beschäftigungserwartungen sowohl in Europa als auch in den Ländern, in die illegal Abfälle exportiert werden, entsprechen können.

  • Aktualisiert am: 23.12.2008
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