Ergebnisse des informellen Ministertreffens zur Wettbewerbsfähigkeit - Tagesthema "Forschung"
- Von: 17.07.2008
- Bis: 18.07.2008
- Ort: Versailles, Jouy-en-Josas
Diese Veranstaltung bot die Gelegenheit, Überlegungen zur "Vision 2020" für den Europäischen Forschungsraum (EFR) anzustellen, deren Ergebnisse dem Rat "Wettbewerbsfähigkeit" im Dezember 2008 im Rahmen des Ljubljana-Prozesses vorgelegt werden sollen. Durch den im April unter slowenischer EU-Ratspräsidentschaft gestarteten Ljubljana-Prozess soll der Europäische Forschungsraum durch die Formulierung der "Vision 2020" während der französischen EU-Ratspräsidentschaft gestärkt werden während die Anpassung des EFR-Governance-Systems unter den beiden nachfolgenden EU-Ratspräsidentschaften der Tschechischen Republik und Schwedens beschlossen werden soll.
Eines der Hauptziele der gegenwärtigen Umgestaltung des europäischen Forschungsraums besteht darin, die Koordination zwischen den nationalen Forschungstätigkeiten im Rahmen der EU stärker zu fördern und die Forschung effizienter zu gestalten, um den Wissensstand zu steigern.
Die in themenbezogenen Workshops tagenden EU-Minister konzentrierten ihre Überlegungen auf die Zukunft der europäischen Forschung im Angesicht vier großer Herausforderungen: Ernährungskrise und Konsequenzen für die Landwirtschaft sowie die Verwaltung der Ökosysteme, Klimawandel und die dadurch bedingte Notwendigkeit neuer Energiequellen, Übergang zur Wissensgesellschaft und Alterung der europäischen Bevölkerung.
Anhand der Workshops wurden zunächst diejenigen gemeinsamen Themen identifiziert, bei denen eine effiziente Koordinierung der europäischen Forschung schnell umgesetzt werden könnte. Es handelt sich dabei vor allem um:
- die Anpassung der Agrarpraktiken an den Klimawandel und die Sicherheit der Lebensmittelversorgung,
- die Umsetzung des Europäischen Strategieplans für Energietechnologie "SET" und der damit verbundenen sechs industriellen Initiativen,
- das Beherrschen eingebetteter Computersysteme, der Entwicklungen und zukünftigen Nutzung des Internets, in dem Respekt des Privatlebens,
- die Verallgemeinerung und Koordinierung der nationalen Aktionspläne gegen die Alzheimer-Krankheit auf europäischer Ebene zur Durchführung breit angelegter Versuchsreihen zur Vorbeugung gegen diese Krankheit.
Diese Punkte sind Teil der Themen, die für die Beschlüsse zur strategischen Orientierung vorgeschlagen wurden, welche bis Ende 2008 in die "Vision 2020" des europäischen Forschungsraumes aufgenommen werden sollen.
In den Arbeiten der Minister wurde zudem die dringende Notwendigkeit betont, den Europäischen Forschungsraum mit für den Erhalt seiner Wettbewerbsfähigkeit unerlässlichen Instrumenten zu versehen. In diesem Sinne bekräftigten die Minister den Wunsch:
- die Annahme eines Rechtsprechungssystems für Patente und die Schaffung von EU-Patenten zu beschleunigen. Die Dreierpräsidentschaft verpflichtete sich, darauf hin zu arbeiten.
- Eine auf jeder Ebene konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bildung, Forschung und Innovation zu fördern, bei der der öffentliche und der private Sektoren so oft wie möglich zusammenarbeiten,.
- die Förderung der europaweiten Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung zu verbessern,
- die Koordination der öffentlichen, auf regionaler, nationaler und gemeinschaftlicher Ebene mobilisierbaren Ressourcen (menschliche Ressourcen, Infrastrukturen, Budgets usw.) zu gewährleisten, indem die gemeinsame Programmgestaltung unterstützt wird.
Diese Arbeiten trugen schlieβlich zur Entwicklung derjenigen Punkte bei, aus denen sich die "Vision 2020" des Europäischen Forschungsraums zusammensetzen könnte. Valérie Pécresse zitierte vier Eckpfeiler dieser Vision:
- die Bekräftigung des erklärten Ziels des Europäischen Forschungsraums, in allen Forschungsfeldern vertreten zu sein,
- eine Organisation der Governance des Europäischen Forschungsraums, die strategieorientiert ist, den Erwartungen der Mitbürger entspricht und die europäischen Werte vertritt,
- eine verstärkte Mobilisierung der Ressourcen im Europäischen Forschungsraum (menschliche Ressourcen, forschungsspezifische Infrastrukturen usw.) und Förderung der Wissensvermittlung,
- die Verstärkung der Synergien zwischen den gemeinschaftlichen und intergouvernementalen Instanzen des Europäischen Forschungsraums.
Informelles Ministertreffen für Wettbewerbsfähigkeit (Ankündigung der Veranstaltung)
- Aktualisiert am: 10.09.2008


