Zweijahrestreffen der Leiter der nationalen Waldforschungsinstitute in Europa
Das Gefäβsystem eines Blattes
© Institut national de la recherche agronomique (INRA)
- Von: 01.07.2008
- Bis: 02.07.2008
- Ort: Nancy
Das französische Forschungsinstitut für Agrarwissenschaft INRA empfängt in seinem Waldforschungszentrum in Nancy am 1./2. Juli mehr als 30 Vertreter nationaler Waldforschungsinstitute und des European Forest Institute (EFI), um die Prioritäten und Strategien der europäischen Forschung im Forstbereich zu erörtern. Auch leitende Beamte aus mehreren Generaldirektionen der Europäischen Kommission und von der "technologischen Plattform für den Forstbereich" werden an diesem Treffen, bei dem es sich um das dritte dieser Art handelt, teilnehmen. Die beiden ersten Treffen fanden 2004 in Wien und 2006 in Riga statt. Seit Ende der achtziger Jahre hat die weltweit steigende Nachfrage nach Holzprodukten in Verbindung mit der Zunahme der Plantagenwälder und der Zerstörung der natürlichen Waldökosysteme Diskussionen auf internationaler Ebene ausgelöst.
Diese trugen dazu bei, dass von der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wurde, welche Vielzahl an Holzprodukten es gibt und welche Bedeutung dem Wald zukommt. Die zentralen Themen waren dabei die Rolle der Wälder im globalen Kohlenstoffzyklus und bei der Abschwächung des Klimawandels (Kyoto-Protokoll 1997), der Ursprung und die Bewahrung der Artenvielfalt sowie der Einfluss der globalen Änderungsprozesse (Klimawandel, geänderte Nutzung der Böden etc.) auf eben diese Artenvielfalt. Mit der Konferenz von Bali (2007) über den Klimawandel konnte ein Verhandlungsprozess in Gang gesetzt werden, der zu einer globalen Vereinbarung über die Bekämpfung des Klimawandels für den Zeitraum nach 2012 führen soll. Die Konferenz brachte insbesondere Fortschritte bei der Bekämpfung der Entwaldung. In Europa wurde die Debatte, in deren Mittelpunkt ursprünglich die Besorgnis über das Waldsterben stand, im Rahmen der "Ministerkonferenzen über den Schutz der europäisches Wälder" organisiert. Die Konferenzen von Straßburg (1990), Helsinki (1993), Lissabon (1998) und Wien (2003) führten zur Verpflichtung der Teilnehmerländer, nationale Programme und einen europäischen Rahmen für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu erarbeiten.
Bei der Konferenz von Warschau (2007) wurden die Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel betont und eine Reihe von Empfehlungen zur Rolle und Anpassung der Wälder angesichts des Klimawandels verabschiedet. Hierbei wurde der Kohlenstoffbindung, der Energielieferung und dem Schutz der Wasserressourcen eine besondere Bedeutung zugemessen. In einer Zeit globaler Veränderungen, in der uns die vielfältigen Funktionen der Wälder immer deutlicher bewusst werden und die Nutzung der Ressource Holz stark an Bedeutung gewinnt, hat die Waldforschung die Aufgabe, Szenarien für die Anpassung der Waldökosysteme und der Forstwirtschaft zu entwickeln.
- Quellen: Nationales Institut für Agrarforschung (INRA)
- Aktualisiert am: 22.09.2008

